Workshop E-Publishing im W3C

In den letzten Monaten hat sich einiges getan, was die internationalen Rahmenbedingungen des E-Publishing angeht: Nach längeren, durchaus kontroversen Diskussionen wurde letztendlich mit deutlicher Mehrheit die Verschmelzung von IDPF (International Digital Publishing Forum) und W3C (World Wide Web Consortium) beschlossen, die künftig gemeinsam E-Book- und Web-Standards verantworten. Der EPUB-Standard, der vom IDPF entworfen wurde, soll von der neu gegründeten Organisation Publishing@W3C weiterentwickelt werden.

Gegenüber den internationalen Diskussionen war die Aufmerksamkeit in der deutschen Buchbranche bisher eher gering, obwohl E-Books auch hier immer mehr zum Umsatz beitragen und mit EPUB ein offener Standard als Alternative zu den geschlossenen Systemen von Amazon, Apple und Co. existiert. So sollte es auch im Interesse der deutschen Verlagshäuser und E-Book-Händler sein, bei der Weiterentwicklung von EPUB mit am Tisch zu sitzen (siehe hierzu auch den Bericht zum EPUB Summit).

Um Verlagen die Beschäftigung mit dem Thema und den Einstieg in die konkrete Mitarbeit zu erleichtern, lud die IG Digital am 15. September zu einem Workshop nach Frankfurt ein. Ivan Herman, der technische Leiter des Bereichs Publishing beim W3C, und Georg Rehm, Leiter des Deutsch-Österreichischen Büros des W3C, gaben einen Einstieg in das Thema und leiteten den Workshop. Vierzig Teilnehmer informierten sich über EPUB3, „Web Publications“ und die Organisation des W3C. Dann ging es vor allem um die Möglichkeiten für deutsche Verlage, sich im W3C einzubringen und an den diversen relevanten W3C-Gruppen teilzunehmen. Und schließlich wurde diskutiert, welche Rolle die IG Digital bzw. der Börsenverein dabei spielen könnte.

Präsentation und Links 

Die Präsentation zum Ansehen und Herunterladen

 

Referenten

 
Ivan Herman ist Mathematiker und Informatiker.  Nach Stationen an der Universität Paris VI, dem Ungarischen Forschungsinstitut für Informatik und der Universität Leiden ist er seit 1988 am Zentrum für Mathematik und Informatik (Centrum Wiskunde & Informatica) in Amsterdam tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind Computergrafik und Informationsvisualisierung, außerdem war er an verschiedenen Standardisierungen und Softwareentwicklungen beteiligt. Seit 2001 arbeitet er zudem für das W3C, für das er im Juni 2013 auch die Leitung des Bereich Digitales Publizieren übernahm.

 
 

 
Georg Rehm arbeitet am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Berlin. Er ist Generalsekretär von META-NET, einem Exzellenz-Netzwerk, das aus 60 Forschungseinrichtungen in 34 Ländern besteht, und das Ziel hat, eine technologische Basis für die mehrsprachige europäische Informationsgesellschaft aufzubauen. Außerdem koordiniert er das EU-Forschungsprojekt CRACKER und das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt Digitale Kuratierungstechnologien. Rehm ist zudem Leiter des Deutsch-Österreichischen Büros des W3C, das beim DFKI in Berlin angesiedelt ist. 

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