#akep16: »Wir brauchen ein anderes Verständnis vom Scheitern.«

Die Speaker gaben den Zuhörer zur Eröffnung der AKEP-Jahrestagung einige Denkanstöße in ihren Keynotes mit.

Heinrich Riethmüller Allen voran Heinrich Riethmüller, der Vorsteher des Börsenvereins, der den Blick in die USA warf. Gerade in Hinblick auf die Digitalisierung und die unsichere Zukunft sei es wichtig, ein neues Verständnis zum Thema Scheitern zu finden. Es sei ein Risiko und ein Wagnis, neue Projekte und Ideen anzustoßen. Gerade in Deutschland würde man durch die soziale Absicherung weich fallen, weshalb er dazu aufrief, neue Ideen auszuprobieren. »Wer nicht kämpft und ausprobiert, der hat schon verloren«, schloss er.

In der ersten Keynote stellte Tim Cole, Internet-Publizist, die wichtigsten Themen der digitalen Transformation vor und ging auch auf die Schwierigkeiten und Herausforderungen ein. Die drei wichtigsten Trends sind für ihn die Digitalisierung, die Vernetzung und die Mobilität.

Die Digitalisierung sei zugleich die langweiligste Veränderung der drei, beinhaltet aber eine wichtige Nebenwirkung: Sie verändert die Geschwindigkeit des Lebens. Die Vernetzung ist der nächste Schritt. Durch die Digitalisierung gäbe es viele »Digital Islands«, die für sich alleine stehen, beispielsweise das Intranet, der E-Commerce, das CRM. Die zentrale Aufgabe, vor der viele Unternehmen derzeit stehen, sei es, Brücken zwischen diesen Inseln zu bauen. »Das Ziel ist es, die richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu erhalten.« Die Mobilität als dritter Schritt sorge für eine neue Freiheit und Unabhängigkeit – das Smartphone sei dazu die wichtigste Erneuerung, die die nächsten Generationen entscheidend verändern wird.

Tim ColeAlle drei Trends werden es ermöglichen, die Welt auf eine neue, intelligente Weise zu sehen und zu entdecken. Die Veränderung zu diesem Zustand ist die digitale Transformation, die sich langsam vollzieht. »Wie die Verschiebung von tektonischen Platten. Man nimmt die Änderungen zunächst nicht wahr, bis ein Erdbeben kommt und Zerstörung mit sich bringt. Dann spricht man von einer digitalen Disruption«, so Cole. Viele Branchen bemerken die Verschiebungen nicht und werden von Gegnern überholt, die sie niemals erwarten würden. Ein klassischen Beispiel dafür ist die Autoindustrie, die in Zukunft von den großen Firmen wie Tesla, Apple, Google oder Uber neue Impulse bekommen und vor große Herausforderungen gestellt werden wird.

Die Veränderungen ziehen sich, so Cole, immer in drei Phasen ab: analog, digital, vernetzt. Dieser digitale Dreisprung lasse sich in viele Branchen übertragen. Früher hat ein gutes Logistikunternehmen dafür gesorgt, dass die Regale stets voll waren. Heute transportieren sie die Waren zum digitalen Kunden. Und wie wird die Zukunft aussehen? Der Endkunde wird mehr Rechte haben und selbst bestimmen, wann und wo er seine Lieferung haben möchte.

Christian HoffmeisterDie letzte Keynote des Vormittags kam von Christian Hoffmeister, Geschäftsführer des DCI Institute. Er forderte die Zuhörer auf, mit alten Denkmustern zu brechen und neue auszuprobieren. »Wird eine Zeitung wirklich nur deshalb gekauft, um sie zu lesen? Oder dient sie doch als Sichtschutz?«, fragte er. Die Digitalisierung sei ein schleichender Prozess, der schlecht zu sehen und deshalb so gefährlich sei. »Der reine Wahnsinn ist, wenn wir immer wieder dasselbe machen und versuchen, aber andere Ergebnisse erwarten«, stellte er fest.

In einem Gedankenspiel stellte er die Frage, wer denn ein zentraler Kunde für die Verlage sein könnte und lieferte mit seiner Antwort gleichsam eine neue Perspektive: Der Autor. Und die Verlage würden als Hub agieren, um ihre Autoren zu vermarkten und optimal zu fördern.









Schreibe einen Kommentar