Wearables – gekommen, um zu bleiben

Das Internet of Things ist derzeit in aller Munde: Anlässlich der Veranstaltung
Smart, smarter, wearable – Neue Content-Lösungen für Activity Tracker, Smartwatches und Datenbrillen, führte die Medien-Akademie ein Gespräch mit Florian Schumacher, Digital Health Consultant bei iic|solutions, zur Bedeutung von Wearables & Co:

Wearables – ein Hype der bleibt?
Insbesondere in den Bereichen Fitness und Gesundheit sind Wearables erfolgreich und konnten 2014 gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum von 700% erzielen. Dieser Trend wird in diesem Jahr erstmalig auch im Bereich der Smartwatches seine Fortsetzung finden. Auch wenn sich der Markt noch in einer frühen Phase befindet, werden sich zukünftige Geräte mit immer besserer Usability und größerem Funktionsumfang dauerhaft einen Platz in unserem Alltag sichern.

Was bedeuten die tragbaren Technologien für Verlage?
Wearables und die mit Ihnen erfassten Daten wie Bewegungsaktivität, Schlaf und zukünftig vermutlich auch Stress-Level bieten innovative Möglichkeiten, Produkte zu personalisieren. Insbesondere für Ratgeber-Inhalte ist dies spannend und ermöglicht ganz neue interaktive Ansätze. Die Nutzung von Smartwatch-Displays als Informationskanal ist derzeit noch wenig verbreitet und wird attraktiv, sobald die Geräte eine größere Nutzerbasis erreicht haben. Die Entwicklung in diesem Bereich schreitet jedoch mit enormem Tempo voran, deshalb sollten Verlage jetzt anfangen sich mit den neuen Möglichkeiten auseinanderzusetzen.

Smartwatch, Activity Tracker, Datenbrille: Was meinen Sie – auf welches Wearable-Device sollte sich die Medienbranche konzentrieren? Wie entscheidet man sich zwischen den verschiedenen Plattformen?
Am weitesten verbreitet sind aktuell die Activity-Tracker. Wer auf Basis der damit erfassten Lebensstil-Daten innovativere oder bessere Produkte realisieren kann, sollte über die entsprechenden Chancen nachdenken und neben der direkten Integration von Geräten der Marktführer auch insbesondere Daten-Plattformen wie Apple Health oder Google Fit nutzen. Wird die Apple Watch ein Erfolg, könnten sich die Potentiale im Wearables-Markt schlagartig ändern. Mediale Inhalte sollten daher für den neuen Mini-Computer aus Kalifornien erstellt werden und wenn Konzept und Markt sich positiv entwickeln, auf Googles Betriebssystem Android Wear erweitert werden.


Was können Sie zur Produktionseinstellung von Google Glass sagen? Ist der Markt wohl doch noch nicht reif für die neuen Technologien?

Aktuelle Generationen von Datenbrillen wie Google Glass sind mit ihren technisch bedingten Einschränkungen und aufgrund von Akzeptanz-Problemen noch nicht reif für den Konsumenten-Markt. Die Idee hinter dem Interface lebt weiter, Google arbeitet an der zweiten Generation und hat einige Wettbewerber insbesondere beim professionellen Einsatz, wo die Geräte in der Logistik oder Montage einen großen Nutzen bieten können. Spannender für Konsumenten werden dieses Jahr Virtual-Reality-Brillen wie Oculus Rift, mit denen Computer-Spieler und andere Nutzer in virtuelle Inhalte eintauchen können.


Welche besonderen Mehrwerte können Wearables den Smartphone- und Tabletnutzern denn noch bieten?

Direkt am Körper getragen eigenen sich Wearables einerseits, um kontinuierlich Vitalfunktionen zu überwachen – andererseits sind ihre Computer-Funktionen im Alltag schnell und reibungslos verfügbar da sie nicht erst aus der Tasche genommen und entsperrt werden müssen, wie dies beim Smartphone der Fall ist. Gerade Smartwatches erlauben hier ganz neue Funktionen zur Kommunikation und in vielen anderen Bereichen, die als Ergänzung zu Smartphones und Tablets sehr nützlich sein können.


Zum Abschluss noch ein Blick in die Glaskugel: Wie sieht die Zukunft der Wearables aus?

In Zukunft werden Wearables eine immer wichtigere Rolle in unserem Alltag spielen. Ob als Unterstützung für einen gesunden Lebensstil, bei der Früherkennung von Krankheiten oder als digitaler Schlüssel zum eigenen Auto oder Haus. Wearables übernehmen dann die Rolle eines Bindeglieds zwischen dem Mensch und einer Vielzahl von Diensten und Produkten. Heizung, Beleuchtung und die Musik aus der Stereoanlage werden sich automatisch an unsere körperlichen und emotionalen Bedürfnisse anpassen. Neben Uhren und Brillen werden dann noch viele weitere Alltagsgegenstände wie Kleidung, Schuhe und Kopfhörer mit technologischen Funktionen erweitert. Wearables lassen uns dann einfacher mit unserer smarten Umgebung interagieren und machen unser Leben gesünder, sicherer, einfacher und komfortabler.


Florian Schumacher war Referent des Abendgesprächs Smart, smarter, wearable – Neue Content-Lösungen für Activity Tracker, Smartwatches und Datenbrillen am 26. März 2015 in den Design Offices Berlin. Die Abendgesprächreihe wird am 21. Mai in Hamburg fortgesetzt.

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