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Die fragile Schönheit des Digitalen

Die fragile Schönheit des Digitalen

Wann empfinden wir digitale Inhalte als „schön“? Oftmals landet man bei Diskussionen über die Vorzüge und Nachteile von digitalen und gedruckten Büchern in einer Sackgasse, wenn man beim Totschlagargument Schönheit landet.

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Posted by sinnundverstand in PG Mark & Marketing, Veranstaltungen, 1 comment

„Würden wir ohne Social Media nicht irgendwann von der Bildfläche verschwinden?“

Spektrum der Wissenschaft ist unter Verlagen im Bereich Social Media auffällig. Der Verlag geht seinen ganz eigenen Weg in den sozialen Netzwerken und ist damit sehr erfolgreich. Allein beim Verlags-Hauptaccount (es gibt zu den einzelnen Magazin-Themen weitere) 14.000 Facebook-Fans, 4.500 Twitter-Follower und die Spitzenposition im G+-Ranking unter den Verlagen. Das macht neugierig – was macht Spektrum richtig? Was ist ihr Erfolgsgeheimnis?

Heike Schmidt von der Kommission digitale Kommunikation hat nachgefragt und wurde eingeladen – zum Video-Interview. Das Konzept von Verlagsleiter Richard Zinken sah vor, die Fragen live auf Twitter zu stellen.

Auf diese Weise konnte nicht nur einer, sondern zeitgleich alle netzwerkenden Spektrum-Mitarbeiter interviewt werden und Interessierte, auch von außerhalb, live dabei sein und mitlesen bzw. mitfragen. Das ganze sollte gefilmt werden – schon allein, um die Handkamera als probates „Tool“ für Social Media Zwecke im Einsatz vorzuführen. Ein spannendes Projekt.

Spektrum-Mitarbeiter während des Twitter-Interviews

Spontaneität und Intuition sind beim sozialmedialen Handeln unter den Spektrum-Mitarbeitern Programm, was nicht bedeutet, dass es nicht gleichzeitig wohlgeplante Marketingaktionen gibt, wie beispielsweise die Tattoo Meisterschaft. Auffällig ist auch die Eigenverantwortlichkeit, mit der die Mitarbeiter ihre jeweiligen Accounts bespielen und die auch im Interview sichtbar wird: ich darf alle Fragen stellen, unabgesprochen, direkt öffentlich auf Twitter und genauso antworten die Spektrum-Mitarbeiter – offen und ehrlich, wie sie es für richtig halten.

Erstaunlich, wie viele Mitarbeiter bei Spektrum einen Social Media Account pflegen: zum Teil thematische Accounts, begleitend zu einem Magazin (z.B. @GundG, @epoc), zum Teil persönliche Accounts, über die aber auch Spektrum-Inhalte verbreitet werden. Der bekannteste persönliche Account ist sicher der von Lars Fischer (@fischblog), der Redakteur für spektrum.de ist und die Blogplattform scilogs.de betreut. Er ist fest in der (Scientific) Community verankert, reagiert schnell und brillant auf Wissensthemen und erklärt sie verständlich – ein Top-Blogger. Über Twitter bekommt Lars Fischer Themen, Leser und Kontakte.

Über Twitter kommunizieren alle Social Media affinen Spektrum-Mitarbeitern miteinander und mit der Außenwelt. Auf diese Weise dient das soziale Netzwerk sowohl der externen als auch der internen Unternehmenskommunikation. Wichtige Werte wie Authentizität und Transparenz werden so transportiert. Und wenn das Ganze auch noch Spaß macht – umso besser.

Mit was Spektrum wuchert, das kann man bei keiner Agentur kaufen: Persönlichkeiten, die mit all ihren Ecken und Kanten leidenschaftlich hinter den Themen stehen und sie nach außen vertreten, auf ihre ganz persönliche Weise und nach ihrer eigenen Strategie. Gemeinsam mit entsprechendem Monitoring ist der Verlag in Sachen Social Media nahezu unschlagbar.

Verlagen, die noch nicht begonnen haben, soziale Netzwerke zu nutzen, rät Verlagsleiter Richard Zinken:

 

Allen Spektrum-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herzlichen Dank!

Bericht und Interview: Heike Schmidt, UTB

Alle Tweets des Interviews mit dem Hashtag #smid: http://storify.com/Heikeschmidt/smid-social-media-interview-bei-spektrum-1?utm_content=storify-pingback&utm_medium=sfy.co-twitter&utm_campaign=&utm_source=t.co&awesm=sfy.co_m9PM

Das Spektrum-Team auf Twitter: https://twitter.com/#!/spektrum/team-spektrum

Die Hauptaccounts, betreut durch Jan Dönges, Ann-Kristin Ebert, Fabian Pieronczyk, Dennis Dirdjaja und Marc Grove:

https://www.facebook.com/spektrumverlag

https://twitter.com/spektrum

https://plus.google.com/107666008248148381884

Publikationen: https://twitter.com/i/#!/spektrum/publikationen-spektrum/members

Posted by sinnundverstand in Fachbeiträge, 7 comments
Experimentieren, liebe Verleger

Experimentieren, liebe Verleger

>Über Wege, mit Kreativ-Sein zu überleben< hätte auch der Session-Titel auf dem #AKEP12 von Leander Wattig lauten können.

Wer Leanders Vortrag „Geschäftsmodell-Labor Internet: Perspektiven für Verlage in der Filesharing-Welt“ verpasst haben sollte, kann seine Präsentationsfolien einsehen, denn er spricht nicht nur über die neues Tools im WWW, Leander praktiziert diese auch.

So veröffentlicht er beispielsweise seine Folien zu seinem Vortrag auf der AKEP-Jahrestagung des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren (Börsenverein des Deutschen Buchhandels) am 20.06.2012 in Berlin:

Geschäftsmodell-Labor Internet – Perspektiven für Verlage in der Filesharing-Welt

Klassische Geschäftsmodelle erleben in der Welt des WWW einen Wandel.

Viele der bisherigen Ansätze gehen von der Welt der physischen Produkte aus; die Lösung der Zukunft muss „webgemäß“ sein und sollte eine Win-Win-Situation für Produzenten und Konsumenten hergestellen.

Leander Wattig bemerkt: „Verlage fragen sich zunehmend, was ihre eigentliche Kernaufgabe ist; anscheinend nicht, Bücher zu drucken.“

Den richtigen Weg zur „Verlagswelt der Zukunft“ sieht Wattig in der Orientierung an Kundenwünsche. Künden wünschen ihre ausgesuchten Produkte schnell und einfach zu erwerben: Möglichst wo sie sind, zu jedem Zeitpunkt, und einfach – also ohne Umwege und technische Hürden (DRM).

Forderung: Transparenter Dialog ist notwendig

Das Internet hat die Zielsetzung der Geschäftswelt verändert – der Verlagswelt inbegriffen – gewandelt. Das Problem besteht laut Wattig darin, dass die Akteure – Verleger, Autoren, Konsumenten – aneinander vorbeireden. Die Herausforderung besteht darin, die berechtigten Standpunkte der verschiedenen Interessensgruppen zusammenzufügen.

Als Ziel definiert Leander Wattig: „ Die Verlage sollten den Zugang zu Inhalten selbst bestmöglich herstellen und dennoch Geld verdienen. Das Problem besteht darin, das viele bestehende Geschäftsmodelle auf Zugangsbeschränkungen ausgerichtet bzw. hin optimiert sind. Alternativen sind unsicher oder unbekannt.“

Es bedarf einer weiteren Entwicklung von Kommunikationsräumen! Wattig kritisiert die Akteure, welche seiner Beobachtung nach – auch auf internationaler Ebenen -„nicht transparent genug miteinander einen Dialog führen“.

Experimentierfreude ist der Weg…

…denn Kunden wünschen neue Tools und neue Ansätze.

Und da sind wir auch direkt bei dem Thema. Frei nach dem Zitat „Probieren geht über Studieren“ sieht Leander Wattig im „Experimentieren“ und der „Experimentierfreude“ das A und O. Verlage sollen bzw. müssen seiner Meinung nach mehr Erlebniswelten schaffen, unabhängig vom Buch. Der Mehrwert, um mit seinen Content den Käufer zu erreichen, liegt u.a. auch in der „Lösung von Produkten hin zu Erlebnis- und Autorenmarken“.

Als Beispiel sei der Autormobilhersteller VW genannt, welcher die Welt der „Mobilität“ verkauft – was eine Ausweitung vom Transportmittel Auto bis hin zum Bankgeschäft ermöglicht.

Die Herausforderungen besteht laut Wattig darin, ein experimentierfreudiges Umfeld zu schaffen, also eineOrganisation zu schaffen, mit einem Mindset der Mitarbeiter und einer sich rechnenden Kostenstruktur“.
Viele Unternehmen leben es vor: In weniger Zeit – ohne viel Geld zu investieren – neue Gechäftsmodelle ausprobieren. Beispielsweise entwickeln sich laut Wattig kleinere Start-ups, welche auch um Interessensgemeinschaften gruppiert, beispielsweise das Thema Reisen und Reisecontent, sein können, tauschen sich aus und entdecken sowie erproben neue Wege.

Piraterie muss nicht sein!

Augenblicklich sind laut Wattig wenig Bücher überhaupt im Netz als eBook zu finden: diese Unzugänglichkeit führt laut Leander Wattig zur Illegalität.
Denn laut Wattig ist ein häufiger Grund für Piraterie und illegalem Filesharing, ein Mangel an nicht ausrechend attraktiven Angeboten im Netz, welche für den Kinden „einfach“ zugänglich sind. Einfach in Hinblick auf Technik und Auffindbarkeit.

Werden legale, attraktive und verfügbare Produkte im Netz angeboten, dann gehen die Kunden weniger zu Tauschbörsen und es gibt weniger Piraterie.
Sein Ausblick: „Der rechtliche Rahmen des Urheberrechts genauso wie die Geschäftsmodelle den neuen technischen Gegebenheiten anpassen müssen.“ Zum Thema Urheberrecht befragt, meint er: „ Das Urheberrecht wurde zu anderen technischen Zeiten geschaffen! Der Markt hat sich seitdem verändert. Heutzutage stellt sich die Frage: Wie können wir als Gesellschaft den Zugang zu und die Erzeugung von vielen Inhalten – auch Büchern – ermöglichen?“

Daher sieht Wattig ein „fortwährendes Experimentieren“ als absolut notwenig an! Sein Ausblick:

Publikumsverlage als Erlebnisagenturen – Fachverlage als Problemlöser.

Leander Wattig sieht den Wandel zur „Erlebniswelt Verlag“

Verlage fragen sich zunehmend, was ihre eigentliche Kernaufgabe ist? Anscheinend ist es nicht (nur) Bücher zu drucken. Leander Wattig Ausblick ist: „Ich sehe Publikumsverlage eher als Erlebnisschaffer, mit allen Mitteln und Möglichkeiten, während Fachverlage als Problemlöser funktionieren werden. Bücher sind dabei nur ein Teil-‚Element‘ unter vielen.“

Bei alledem sind aber immer – und auch künftig – die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden entscheidend!

Lander Wattig nach einen Tipp gefragt, was von der #AKEP-Tagung mitzunehmen sein, empfiehlt er: „Von den Sachen und Systemen, die man bekämpft, kann und sollten wir lernen, Mechanismen beobachten und begreifen? Die Piraten zeigen uns ganz genau ihre Kundenwünsche und wo sie aktiv sind. Sie zeigen auch, mit welchen Tools sie arbeiten – das sollte man beobachten. Die deutsche Verlagswelt ist im der Zwangslage sich nun gegenüber Autoren und Leser rechtfertigen zu müssen, was sie leistet.“

Posted by Pia Kleine Wieskamp in Fachbeiträge, 0 comments