Social Media im Verlag: Setup von Frank Krings (Frankfurter Buchmesse)

Die Kommission Digitale Kommunikation befasst sich mit neuen Möglichkeiten und veränderten Aufgaben durch Social Media, Web 2.0 und Cloud Computing, den Veränderungen für die Verlagskommunikation sowie neuen Arbeitsformen und Berufsbildern. Mit unserer Serie Social Media im Verlag: Setup von … geben Mitglieder aus der Kommission Digitale Kommunikation Einblick in ihren Werkzeugkasten fürs Social Web – inspiriert von den Social Media Setups im Blog von Karsten Sauer.

Frank Krings, PR Manager in der Kommunikationsabteilung der Frankfurter Buchmesse. Die Frankfurter Buchmesse ist der weltweit größte Handelsplatz für Inhalte. Neben allgemeiner PR für unsere DACH-Themen liegt mein Schwerpunkt in Aufbau und Betreuung der Social Media Kanäle auf Facebook, Twitter sowie unseres Coporate Blogs. Die Implementierung unseres Twitter-Accounts @book_fair 2009 war mein persönlicher “Startschuss” in Social Media. Seitdem unterstütze ich intern auch meine Kollegen für weitere Twitter-Aktivitäten, Fanpages für besondere Projekte, Blogbeiträge u.v.m.

Unabhängig von unseren eigenen Social-Media-Accounts beteilige ich mich auch an Kommunikation mit branchenrelevanten Influencern im Social Web (z.B. in Facebook-Gruppen, “offline” Networking auf Konferenzen, Gastbeiträge in Blogs etc.) Kurzum: Social Media nimmt einen Hauptteil meiner Arbeitszeit – und aufgrund privaten Interesses – auch meiner Freizeit ein. Was ich während oder nach der Arbeit an firmenrelevanten Trends wahrnehme, gebe ich dann wieder als Input an Kollegen (z.B. für die Website, Online Services) weiter.

Frank Krings im Einsatz

Welche Tools und Plattformen nutzt ihr?
Vorrangig Fanpages auf Facebook, Twitter-Accounts, den Buchmesse-YouTube-Channel sowie WordPress für unser Corporate Blog. Einzelne Project Manager sind auch in thematisch passenden Xing- oder LinkedIn-Gruppen aktiv. Seit kurzem bespielen wir für visuell ansprechende Themen und unsere Videos auch Pinterest. Für abteilungsinternes Brainstorming nutzen wir in der Kommunikationsabteilung sporadisch auch PiratePad. Um persönlich immer up-to-date zu sein, nutze ich einen RSS-Reader, mit dem ich branchenrelevante Blogs & Websites abonniert habe. In der heissen Buchmesse-Phase nutze ich das Social-Media-Monitoring Tool Twazzup und archiviere spannende Tweets mit Twapperkepper (jetzt Teil von Hootsuite).

Wo seht ihr die Vor- und Nachteile von Social Media für euer Unternehmen?
Social Media ist der öffentlichste, schnellste und niedrigschwelligste Weg, um mit den Zielgruppen ins Gespräch zu kommen. Das Unternehmen wird über Website, Werbung und Pressemitteilungen hinaus selbst zum Sender. Idealerweise bekommen so auch die einzelnen Mitarbeiter als “Sender” für ihren Bereich ein Gesicht. Und machen als “Sender in eigener Sache” unsere Angebote und Themen wahrnehmbarer und attraktiver.Daneben bringt Social Media jedem Unternehmen ein tieferes Verständnis für die digitale Welt und verhindert einen “Gap” zu jüngeren, webaffinen Zielgruppen und digitalen Influencern wie Bloggern.

Bisherige Nachteile von Social Media sind mir nicht bekannt. Es gibt nur immer wieder das Ressourcen-Problem: Ein attraktiv geführter Social-Media-Account verlangt Zeit für Themen-Recherche, regelmäßige Updates und Dialoge. Das ist in der Ressourcen-Planung vieler Kollegen nicht vorgesehen, da “harte” Ziele in Marketing und Vertrieb verständlicherweise Vorrang haben.

Was erreicht ihr im Social Web für euer Unternehmen?
Kommunikation, öffentliche Wahrnehmbarkeit und buchstäbliche “Public Relations” mit jüngeren und webaffinen Zielgruppen. Alle klassischen Ziele von Unternehmens-PR werden mit Social Media Accounts erreicht – nur eben innerhalb des Social Web, unabhängig von klassischen Medien. Und im Social Web sind seit dem Siegeszug von Facebook und Co. nicht mehr nur “Nerds” – sondern dort ist längst der Mainstream. Außerdem erfahren wir über das Social Web auch viel von den Bedürfnissen, Meinungen und Trends in unseren Zielgruppen = Marktforschung vor Ort.

Wie trennt Ihr Privates und Berufliches in Social Media?
Für mich ein schwieriges Thema, da ich Social Media auch privat intensiv nutze. Die beste Trennung ist erstmal die gezielte Einrichtung von unterschiedlichen Accounts für die Arbeit und das Private: Nach dem Erfolg des @book_fair-Account z.B. habe ich mir auf Twitter einen privaten Account @frank_krings angelegt. Mit dem twittere ich nur das, was mich persönlich interessiert. Eventuelle Überschneidungen mit Buchmesse-Themen finde ich nicht schlimm. Es ist eher so, dass ich viele Buchmesse-relevante Influencer im Social Web auch privat sehr schätze und ich deswegen mit ihnen auch privat den Dialog führe. Um mir selbst den Spass am Bloggen unabhängig vom Corporate Blog zu erhalten, habe ich mir auf Tumblr auch ein privates Blog (swingbattaswing.tumblr.com) eingerichtet.

Wie gesagt: Für socialmedia-affine Mitarbeiter ist die Einrichtung von privaten Accounts für Twitter, Facebook, Blogs mit eigenen Themen sehr hilfreich. Wer Social Media nur als Arbeitsmittel für den Job betrachtet, der macht dort privat eben einfach nix.

Euer Motto, Leitspruch für Social Media?
Kommuniziere nur das, was andere auch wirklich interessieren könnte. (Gilt sowohl für PR wie für persönliche Befindlichkeiten.)

Social Media Links
Ich kann hier nicht alle aufzählen… aber die wichtigsten Accounts der Buchmesse:

www.facebook.com/frankfurterbuchmesse
www.twitter.com/book_fair
www.youtube.com/buchmesse
www.pinterest.com/buchmesse

Weitere Social Media Setups:

Heike Schmidt, UTB 

Tina Pfeifer, Bastei Lübbe

Wolfgang Walz, Wiley-VCH

Steffen Meier, Ulmer Verlag

7 comments

Leander Wattig

Den Tools-Part könnt Ihr bei der Reihe gern auch ausbauen. 

[…] Drei der bislang acht Kommissionsmitglieder waren zugegen und mit Tina Pfeifer von Bastei Lübbe, Frank Krings von der Frankfurter Buchmesse und Wolfgang Walz vom Verlag Wiley-VCH zeigte sich bereits, wie […]

[…] Drei der bislang acht Kommissionsmitglieder waren zugegen und mit Tina Pfeifer von Bastei Lübbe, Frank Krings von der Frankfurter Buchmesse und Wolfgang Walz vom Verlag Wiley-VCH zeigte sich bereits, wie […]

Schreibe einen Kommentar