Sascha Lobos Aufruf zum Rollenspiel!

Sascha Lobos Auftakt der Keynote ließ nicht kleine sarkastische Seitenhiebe auf Verleger (die Einladenden) und sich als Person (Irokese) aus; so betonte der Jetzt-Verleger: „Ich bin ja als Irokesenschnitt eingeladen und blicke in die Vergangenheit.“

Sascha Lobo in den Rollen Vordenker aka „Irokesenschnitt“,Autor, Leser, Verleger und Community-Manager

Lobos Ansatz ist, die als konservativ verschriene Buchbranche mit ihrer eignen Geschichte zu konfrontieren – quasi als Spiegelbild – und so auf den Weg der Zukunft zu locken!

Lobo begibt sich nun in neue Gefilde; er möcht nun in einer neuen Form der „Demut“ alle für Verleger aufgestellten Regeln befolgen, nun – da er seinen Verlag  SoBooks gründet.

Lösungsansätze für die Zukunft der Verlagswelt sind, so Lobo,  in der Vergangenheit  zu finden, denn der „Buchstabenverkauf“ meistert bereits seit über 500 Jahren Veränderungen.

Als besonders plastisches Beispiel des Auftaktvortags auf der #AKEP12 bleibt bei mir der Buchfluch im Gedächtnis haften.

Wikipedia informiert:Ihre Blütezeit erlebten die Buchflüche im Mittelalter, wo sie auch als frühe Form des Urheberrechts verwendet wurden, denn Kopisten die unerwünschte Abschriften von Büchern anfertigten, wurden am wildesten verflucht.“

Im Mittelalter wurde im Buch ein  Buchfluch gegen Dieben, Kopierern oder auch unachtsame Nutzer ausgesprochen. Und diese „Androhung von Bestrafung“ war alles! Dieser Buchfluch ist einer der Vorläufer unseres jetzigen Kopierschutzes (DRM-Schutz)!

Auch weitere Lösungsansätze für die „Verlagswelt der Zukunft“ fand Sascha Lobo in historischen Beispielen!

Verlagswelt als Rollenspiel

Die Forderung, nach einem Autorenverlag als Lösungansatz, hört das Publikum auf der Fachtagung nicht nur von Sascha Lobo. Und prompt verkündet er auch die Gründung seines Verlags SoBooks und wird von Irokesenschnitt zum Verlegen mit Irokesen.

Damit praktiziert Lobo nur seinen empfohlenen Weg. Er sieht und vollzieht eine Rollenverschiebung vom Autor zum Verleger und Buchhändler.

Aber auch die Leser werden in dieses Rollenspiel mit einbezogen und in den Schaffensprozess einen Buch durch etwa Social Reading zum lesenden Mitautoren integriert. Kommentare werden zum Buch.

Was sag ich da- Buch? Wir sprechen von Buchstaben (auch wenn es in China Zeichen gibt) mit Einbindung von Videos, Musik, offenen Foren und mehr. So können laut Lobo neue Zielgruppen erschlossen werden.

Bleibt die Frage: Erhalten die Konsumenten dann auch Geld bzw. eine Belohnung für den Buchverzehr? Oder bezahlen Kunden Mitgliedsbeiträge als Teil einer Community, die ihnen neue Erlebniswelten eröffnet?

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