Interview mit Annette Schwindt (schwindt-pr), unserer neuen AKEP-Bloggerin zum Thema Social Media in Verlagen

Annette Schwindt

Annette Schwindt

Liebe Annette, wer bist Du und was verbindet Dich mit der Buchbranche?

Mein Name ist Annette Schwindt. Die meisten kennen mich als schwindt-pr. Ich helfen anderen beim Aufbauen oder Optimieren ihrer Online-Kommunikation. Dabei arbeite ich besonders gern mit Kunden aus der Buchbranche oder generell aus dem kulturellen Bereich.

Ich blogge In Sachen Kommunikation, schreibe Fachartikel für verschiedene Medien und habe Das Facebook-Buch und Das Google+Buch bei O’Reilly Verlag veröffentlicht.

Was sind Deiner Meinung nach die größten Herausforderungen, mit denen sich Verlage aktuell auseinandersetzen müssen?

Zum einen die Tatsache, dass sie keine Alleinherrschaft mehr über das Publizieren von Büchern haben. Das kann heute auch jeder selbst auf digitalem Weg tun. Den Autoren einen Mehrwert zu bieten, sich als echter Partner zu beweisen, das muss ein Verlag heute hinkriegen. Und Bücher nicht nur gedruckt, sondern auch in digitaler Form anzubieten.

Zum anderen müssen Verlage lernen, sich offener zu präsentieren – Stichwort Social Web. Die Leser möchten Einblicke hinter die Kulissen, möchten auch die Autoren besser kennenlernen und Ansprechpartner im Verlag, die ihre Fragen beantworten.

Gibt es etwas, das Deiner Ansicht nach Verlage häufig übersehen oder vergessen, wenn sie im Social Web aktiv sind?

Das ist ganz verschieden. Die einen machen das schon richtig gut, die anderen tun sich schwer. Wichtig ist, dass es nicht nur um Gewinnspiele geht, sondern eben um Gespräche. Verlage sollten die Nutzer im Social Web nicht bloß als potentielle Käufer und Zielgruppe für Werbung sehen, sondern auch für Anregungen, Crowdsourcing und Feedback einbeziehen. Also nicht nur im Nachhinein. Warum nicht die Leser in manche Entscheidungen miteinbeziehen? Immerhin sollen sie das Ergebnis nachher kaufen.

Hast Du eine Vision oder eine Vorstellung, wie sich die Buchbranche in den nächsten Jahren entwickeln wird?

Das ist schwer zu sagen. Verlage müssen den Weg ins neue Kommunikationszeitalter finden und direkter an ihre Leser und Autoren dran. Gedruckte Bücher wird es sicher weiterhin geben, aber das eBook wird sich mehr und mehr durchsetzen. Und damit bieten sich ganz neue Möglichkeiten der Gestaltung und des Umgangs mit dem Medium Buch. Ich finde es höchst spannend als Autorin und auch als Beraterin mittendrin dabei zu sein.

Mehr über schwindt-pr unter http://www.schwindt-pr.com/

Das Interview führte Wibke Ladwig, Kommissionsleiterin Digitale Kommunikation

1 comment

Ruprecht Frieling (Prinz Rupi)

Wenn die herkömmlichen Holzverlage ihre Autoren schon nicht als Partner betrachten – wie lange soll der Lernprozess dauern, bis sie das auch auf ihre Kunden – sprich: die Leser der Bücher – übertragen?

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