#akep15: Was hat IoT mit Verlagen zu tun?

Während die Keynotes von Dr. Ulrich Eberl und Kay Herget einen Einblick in die Zukunft und die Technik anderer Branchen gaben, holte Michael Praetorius, Head of Content bei der AKOM360 sowie Geschäftsführer von NOEO, die Zuhörer zurück zu den Inhalten und der Frage, was das Internet of Things mit der Buchbranche zu tun hat.

Content ist wichtig. Auch Inhalte wie Katzen in Hai-Kostümen, die auf selbstfahrenden Staubsaugern sitzen, sind relevant. Das bewies Michael Praetorius schon in der Einleitung seines Vortrags, als die Katze ihm in seiner Präsentation die Show stahl. „Solche Inhalte sind hochrelevant, da sie innerhalb von kürzester Zeit eine hohe Interaktion erzielen“, erläuterte Praetorius.


Wohin geht die Reise von Inhalten? Vor allem müssen sie und auch die Content-Ersteller innovativer als die reine Technik sein. Der Satz „Is there an App for that?“ verdeutlicht den Wandel: „Is there a chat for that?“ lautet die gegenwärtige Entsprechung. Klar leistet eine Wetter-App gute Dienste, indem sie im Idealfall mit gespeicherten Geodaten das Wetter weitergibt. Siri, die Software von Apple, geht aber schon weiter, indem sie auf Spracherkennung reagiert und auf jede individuelle Wetteranfrage eine individuelle Antwort bereithält. Statt einer App leistet die Software die Möglichkeit für den Chat – das Gespräch zwischen der Technik und dem Mensch.

Noch zugespitzter ist das nächste Beispiel von Praetorius: Hinter der Website If This Then That verbirgt sich ein Dienstanbieter, der verschiedene Webanwendungen mit bedingten Anweisungen verknüpft. Eine mögliche Anweisung wäre: Wenn Nachrichten publiziert werden, dass der FC Bayern München ein Spiel gewonnen hat (if this), dann müssten die LEDs im Wohnzimmer in dem Rot der Allianz Arena erstrahlen (then that). Die Nachricht, also der Content, wäre mit einem Trigger verknüpft, der von der Maschine intelligent ausgelesen wird und eine Reaktion verursacht.

Praetorius

Praetorius spann die Idee der Glühbirne weiter: „Mit Internet of Things (IoT) kann man unendlich viele Ideen aushacken.“ Es gab bereits Experimente, dass Lampen auf Emotionen reagieren und diese in Farben und Flackern ausdrücken können – warum nicht beispielsweise für ein Hörspiel? Wie eine Tonspur könnte der Inhalt so mit Triggern erweitert werden, die einen bestimmten Impuls auslösen. Somit wären ein Vibrationstrack für den Kinositz („Die Dinosaurier laufen vorbei.“) ebenso möglich wie ein Lighttrack – zusätzlich zum Soundtrack.

Die Herausforderungen für Verlage in der Zukunft sind somit klar: „Redaktionen müssen Inhalte getrennt vom Layout in Redaktionssystemen speichern. WYSIWYG-Editoren sind zwar bequemer, aber nicht nachhaltiger.“ Dazu gehört unumstößlich auch das Thema Metadaten. Sie müssen die Inhalte veredeln und medienneutral mit Verzeichnisstrukturen gespeichert werden. Nur so erhalten Inhalte in Zusammenspiel mit Metadaten einen relevanten Kontext, der verarbeitet werden kann.

Die wichtigsten Ziele der eigenen Digitalstrategie fasste Praetorius mit folgenden Aufforderungen zusammen: „Own your plattform, know your users, own your content and get your own algorithm.“ Daraus können sich Verlage folgende Schlussfolgerungen ziehen: Abseits von Metadaten brauchen Geschäftsmodelle in Zukunft Schnittstellen zum Content und seinen Nutzern. Auf den eigenen Plattformen können Verlage von den Nutzerinteraktionen lernen, sie kuratieren und veredeln Inhalte und entwickeln einen eigenen Algorithmus für relevante Inhalte.




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